Liebe Leserin, lieber Leser,
wer sich um einen Garten kümmern darf, weiß, wie vielfältig dort die Aufgaben sind damit alles gedeiht. Wenn ich bei mir im Garten nur schnell die Tütchen aufreiße, Samen verteile und hoffe, dass alles schnell groß, schön und lecker wird – dann kann ich lange auf die Ernte warten. Der Boden will vorbereitet sein: gelockert, gedüngt und gemulcht.
Jesus erzählt im Evangelium genau davon: vom Sämann, vom Boden, von der Saat. Ein Bild, das alltäglich scheint, doch zugleich in die Tiefe geht, denn es geht nicht um eine Ackerfläche. Mit seinem Gleichnis beschreibt Jesus nichts Geringeres als das anbrechende Reich Gottes. Dabei spielen wir Menschen eine entscheidende Rolle: Wir sind der Boden.
Das ist zunächst ein schöner Gedanke – aber auch eine Aufgabe. Denn es stellt sich die Frage: Wie sieht mein innerer Boden eigentlich aus? Ist da Raum für Gottes Wort? Oder ist alles schon verhärtet und zugewuchert von Terminen, Nachrichten, Sorgen? Jesus macht deutlich: Ob die gute Saat aufgeht, hängt vom Boden ab. Zugleich liegt darin eine große Verheißung: Wo der Boden offen ist, wo jemand wirklich hört – da kann Leben wachsen, reich, überreich sogar. Vielleicht liegt genau hier der Schlüssel: wirklich hören – nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen. „Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr. Suche den Frieden“, so heißt es in einem Lied im Gotteslob (GL 433). Sich Zeit nehmen, um richtig hinzuhören. Ein Wort an sich heranlassen. Nicht alles sofort weiterwischen wie auf dem Smartphone. Das kann in diesen Tagen eine Einladung an uns sein: den eigenen Boden ein wenig lockern und so aufnahmebereit werden. Ein bisschen jäten, z. B. im Terminkalender. Gott Raum geben. Wer weiß, was dann wachsen kann?
Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen
Ralf Ellwardt
Diakon
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Die neue Marke der Pfarrei
Der Apostel Paulus schreibt von der Vielfalt der Gaben, die von dem einen Geist ausgehen und die kein Privatbesitz sind (s. 1 Kor 12,1-11). Wozu der Geist Gottes nicht alles bewegen kann! Jünger:innen führt er aus dem Rückzug in die Öffentlichkeit, aus der Sammlung in die Sendung.
Das findet sich auch in unserer Pfarrei: in der Vielfalt des Engagements, in der Unterschiedlichkeit der Personen, aber auch in der selbstkritischen Suche, wo wir uns als Gemeinde selbst genügen und den Auftrag, für andere da zu sein, ignorieren.


