„Vater, verherrliche deinen Sohn“ – Joh 17,1–11a

Das Wort „Herrlichkeit“ begegnet uns im Alltag selten. Und wenn, dann meist in Momenten, die uns staunen lassen: ein herrlicher Sonnenaufgang, ein gelungener Urlaub, ein besonderes Kunstwerk oder eine Begegnung, die uns innerlich berührt. Solche Erfahrungen übersteigen das Gewöhnliche. Sie öffnen unser Herz und lassen uns spüren: Das Leben ist größer, tiefer, schöner, als wir es oft im Alltag wahrnehmen.

Im Evangelium dieses Sonntags spricht Jesus ebenfalls von Herrlichkeit – aber in einem völlig anderen Zusammenhang. Kurz vor seiner Passion, im „hohepriesterlichen Gebet“, sagt er: „Vater, verherrliche deinen Sohn!“ Er spricht diese Worte nicht in einem Moment des Erfolgs, sondern angesichts seines Leidens und Sterbens. Für Jesus ist die Herrlichkeit Gottes nicht von Schmerz getrennt. Sie zeigt sich gerade darin, dass Gott im Dunkel gegenwärtig bleibt und es verwandelt.

Jesu Leben ist eine einzige Spur der Herrlichkeit Gottes: in seinen Worten, seinen Heilungen, seiner Zuwendung zu den Menschen. Doch am deutlichsten leuchtet Gottes Herrlichkeit im Kreuz auf. Dort, wo menschlich gesehen alles zerbricht, zeigt Gott seine Liebe am stärksten. Das Kreuz wird zum Ort der Hingabe, der Treue und der Hoffnung.

Dieser Gedanke ist herausfordernd: Herrlichkeit im Leiden? Verherrlichung im Kreuz? Und doch ist es genau das, was Jesus uns zeigt. Nicht das Leid an sich ist herrlich, sondern die Liebe, die es verwandelt. Die Nähe Gottes, die nicht weicht. Die Hoffnung, die stärker ist als der Tod.

Jesus spricht im Evangelium auch von unserer Verherrlichung. Jeder Mensch trägt einen göttlichen Funken in sich. In jedem Menschen kann Gottes Herrlichkeit aufleuchten – in Güte, in Mitgefühl, in Mut, in Treue. Und auch unser eigenes Leben, mit seinen Brüchen und Schmerzen, kann ein Ort werden, an dem Gottes Licht sichtbar wird. Nicht weil alles gelingt, sondern weil Gott uns in allem begleitet.

Machen wir uns auf die Suche nach den Spuren seiner Herrlichkeit. Sie sind näher, als wir oft denken.

Ich wünsche Ihnen einen herrlichen Sonntag und eine gesegnete Woche.

Ihr/Euer

Raja Mandala, Pastor

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Der Apostel Paulus schreibt von der Vielfalt der Gaben, die von dem einen Geist ausgehen und die kein Privatbesitz sind (s. 1 Kor 12,1-11). Wozu der Geist Gottes nicht alles bewegen kann! Jünger:innen führt er aus dem Rückzug in die Öffentlichkeit, aus der Sammlung in die Sendung.

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